thE KindeR – Tumultus Cras (konkord 104)

thE KindeR – Tumultus Cras (konkord 104)

KONKORD 104 | 2018 (Rough Trade)

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Release Event: 26.10.2018 Rhiz/Wien 

thE KindeR - Tumulus Cras, oder wie der Anarchismus das Shaken zur Marschmusik lernte

„Ja, bin dabei, spielen wir!“ – bevor die Ohren und Beine durch ein knallbuntes und mit allen Wassern gewaschenes Soundgroovefourtotheflooroderauchnicht-Universum mit Warp-Geschwindigkeit geschossen werden, wird im Intro gleich mal der Zünder eingestellt, der dieser neuesten Konkord-Release den fetten Boost mit auf die Reise gibt. Das Dynamit heißt schlicht … Spielen. Spielen: Ausprobieren, Experimentieren, Regeln kennen, Regeln brechen, neue Regeln aufstellen, Langeweile abstellen, neue Situationen aufploppen lassen. Spielen heißt auch Performen, die Crowd zum Shaken, Instrumente zum Tanzen bringen. Kinder können Spielen am besten, und thE KindeR allemal. „Der Sound von thE KindeR bei einem Live Konzert versprüht einen „don’t give a fuck and have cosmic fun“ Charme, der sich genau so schwer ohne Kompromisse auf Studioaufnahmen bändigen lässt, wie die Improvisationen einer frühchristlichen Garagenband, die beim Pilzepflücken im Wald das Tamburin gegen ein Casio-Keyboard tauscht.“ (Michael Kirchdorfer , The Gap).

Dass es gelingt, beweisen sie gleich mal in Horror – straighter Four-to-the-Floor knallt auf Orgelexzesse aus den tiefen Tunneln der 1970er Jahre. thE KindeR wischen und mischen den Schuppen auf, als gäbe es kein Morgen Get up entpuppt sich als hibbelige Reminiszenz deluxe an dancefloor classics wie Deee Lite, Paraden stolzieren nicht im Stechschritt vorbei, sondern swingen sich die Seele raus, miauen und flöten uns den fake Marsch. Froschchöre quaken zu Hiphop, springen in den Tümpel called jazzy feeling, das Leben löst sich auf in Blubberblasen. Groovy, verspielt, charmant vertrackt – das sind die wichtigsten Bauklötze, die sich thE KindeR beim Spielen ständig zuwerfen. Zuwerfen und Spielen wird in höchster Perfektion beherrscht. Beispiel? Die Songbricolagen in Tide in Decay.

Auch vokal gilt als oberste Devise: bombe surprise. Jazzdiva, Punkrotzpippen, Catwoman – Christina Bachler zieht sich Kostüme und Farben über die Zunge wie ein Chamäleon im Stroboskopgewitter. Und Bachlers Querflöte? Die legitime Nachfolgerin der Rockgitarre, Aron Tompa aka Aronizer rappt, tanzt und hämmert Klangkaskaden in ein Meer voller Tasten. Er bildet die harmonische Sektion innerhalb der Band, kitzelt synthetische Frequenzen aus Platinen heraus wie ein Hacker auf Speed. Robert Duda aka Relups steuert nicht nur Vocals bei und produzierte diese Tanzrakete. Als Percussion-Herz-Lungen-Maschine baut er das Fundament für das KindeRhouse mit seinen vertrackten Spielereien auf den Töpfen und Deckeln seiner Rhythmusküche. Aber stopp, weiter! „What I deserve is not another perv!“, und rein geht es in die Achterbahn namens New Age Love. Keine Räucherstäbchen vernebeln den Beat, kein sanftes Gelabere verwischt den Song – „Hey honeybunny, let’s do it!“ Exakt, let’s do it – mixen wir Dancefloor mit Krautrock. Zersägen wir Pop und pressen jazzy Tunes rein. Punk? Punk ist das sowieso. Be kind – and freak out!
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ARTIST: thE KindeR
TITLE: Tumultus Cras
FORMAT: Vinyl; CD; digital 
LABEL: konkord 
CAT.NR.: konkord 104
STYLE: Astro Pop, Bunny Hop, Bipolar Weirdance, Warp Rock
RELEASE: 26.10.2018