05.10. Dave From Hollywood – “Wax A Hot One” Release Event

05.10. Fluc, Praterstern

Dave From Hollywood – “Wax A Hot One” Release Event

Live:
Dave From Hollywood (CH)
Support: Loose Lips Sink Ships, Rewolfinger

DJs:
Dr. Kazoo – Can you dig it?
Ponuel – Konkord

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Dave From Hollywood: Wax A Hot One

KONKORD – das höfliche Label aus Wien präsentiert seinen ersten internationalen Release! Aus der Schweiz Dave From Hollywood mit ihrem Debutalbum Wax A Hot One [Konkord 096]. Und dieser frische Besen fegt mit 8 Songs gleich mal einen Haufen Klischees beiseite.

Saubere Schweiz? Alles andere als – bei Dave From Hollywood wird tief bis zu den Hüften im dirty mud des Blues gewatet. Die Basler Sebastian Bolli (vocals, acoustic guitar), Jonathan Gubler (guit), Marco Nenniger (bass) und David Kerman (drums) haben’s indes nicht mit drögem Soliergefidel, sondern scheinen irgendwo in einer finsteren Ecke gierig den Dunst des Deltablues inhaliert zu haben. Schon der Opener Heather schnalzt uns gleich zu Beginn ein paar Sekunden wildes Chaos um die Ohren, eine Harp heult, bis sich alles in einem funky Groove fängt, der hart durch unsere Ohren stampft. Die aufgedrehte Stimme von Sebastian Bolli alias Sebučki zieht dabei alle Register: jault, krächzt, seufzt, predigt durchs Megaphon – Jon Spencer hätte seine liebe Freude daran. Dass diese und der gesamte Sound der Platte so derart rau, klar und direkt rüberkommt, ist übrigens dem Burgenländischen Analog-Produzenten Thomas Pronai (Bo Candy, Beautiful Kantine Band) zu verdanken. In nur einem Tag haben Dave From Hollywood in seinem Studio ihr Debut eingespielt – gleich nach ihrer ersten Österreich-Tour. The Sound of Rock’n’Roll, the Spirit of Punk – here it is.

Brave Schweiz? Everything happens for a reason they say / Shut the fuck up / So what is this all about then?! In Shut The Fuck Up reiten Dave From Hollywood den Drachen, und der hat offensichtlich Spaß mit ihnen: Ein lässig dahinfahrender Song taucht plötzlich in einen dunklen Zauberwald ab, wo sie sich in Schnappschüssen von La Cucaracha, Hardrock-Hymnen, und nur Schweizern verständlichen Dialektekstasen wiederfinden – das hat Format, und zwar ganz eigenes. Improvisation und eine ordentliche Prise Durchgeknalltheit stehen bei Dave From Hollywood ganz oben auf der To-Be-Liste. Nicht umsonst ist Drummer Dave Kerman der einzige XX-Chromosomträger, der bei der legendären Schweizer Frauenband Les Reines Prochaines (bei der auch Pipilotti Rist einst den Bass spielte) die Trommel wirbeln durfte!

Provinzielle Schweiz? Ein Jazzkontrabassist, der Hardrock zupft, ein Drummer, der Progrock mit Punk fusioniert, ein Gitarrist, der Licks aus dem Ärmel schüttelt wie ein Heiratsschwindler die Ausreden, ein Sänger, der wie ein charmanter Monsieur Mephisto die Rollen wechselt, sich beim Shouten genauso wohl fühlt wie beim sanften Raunen und der auch in Bars um vier Uhr früh den Entertainer und Einseifer abgeben kann – staubige Roadmovies à la Jim Jarmusch oder Tarantino laufen im Kopf dazu. In Am Arsch perlen die Instrumente mit Drive rund um eine Story über Tristesse und Trotz. Mit Nuts Again liefern Dave From Hollywood nebenbei den Spätsommerhit 2017 mit stadiontauglicher Hookline ab. Und in Good Moaning crooned und miaut sich Sebučki durch eine Las-Vegas-Ballade, die allen Facebook-Katzenbild-Postern den Schweiß-D’amour auf die Stirn treiben würde, nur um zu guter Letzt locker in Falcos düsterem Neon-Wien zu landen. Wahrlich, eine solche Band auf einen Stil festzuzurren ist ein ebenso schwieriges wie unsinniges Unterfangen: Die acht Songs sind frisch im Sound, frech im Genregrenzen überspringen und atmen die Freiheit, die nur Musik uns geben kann.
And again / I have fucked it up so badly / And I am regretting sadly – so stöhnt Sebučki in Am Arsch. Mit Wax A Hot One haben er und seine Kumpels allerdings alles richtig gemacht. Und nur die sind zu bedauern, die sich den lässigen Sound via hot waxed Vinyl nicht ins Haus holen.